BÜNDNIS 90/
DIE GRÜNEN
OV Dortmund-Innenstadt-West
Antrag: Recherche, Aufarbeitung und Präsentation zum Frauenarbeitslager
Innenstadt-West
09.09.2026 – Antrag
Der Antrag (Drucksache Nr.: 02698-26) der Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung am 09.09.2026 beschlossen:
Antrag:
Nach Jahrzehnten der relativen Nichtbeachtung beantragen wir die Recherche, Aufarbeitung und Präsentation zum Frauenarbeitslager als Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald an der Huckarder Straße 111. Bei diesem Kapitel Dortmunder Geschichte ist es vonnöten, nun endlich einen würdevollen Umgang mit den Opfern auf dem ehemaligen Lagergelände zu finden. So kann die Erinnerungskultur in der Stadt Dortmund gestärkt und zugleich ein deutliches Zeichen für Demokratie, Frieden und Menschenrechte gesetzt werden. Dieser Antrag ist an den Rat und die zuständigen Ausschüsse weiterzuleiten.
Begründung:
An der Huckarder Straße befand sich von Oktober 1944 bis März 1945 ein Frauenarbeitslager als Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald für weibliche Häftlinge. Das Lager lag auf dem Gelände bzw. in unmittelbarer Nähe der Geschossfabrik der Dortmund-Hörder-Hüttenverein AG an der Huckarder Straße. Die Frauen – überwiegend aus Polen, der Sowjetunion und weiteren europäischen Ländern – mussten Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion leisten. Unter ihnen befanden sich auch Kinder und Jugendliche; die jüngste bekannte Insassin war 13 Jahre alt. Untergebracht waren die Häftlinge in einem Gebäude an der Huckarder Straße 111, dessen Fenster vergittert waren. Ein unterirdischer Gang verband das Haus mit der Fabrik. Insgesamt waren zeitweise etwa 700 bis 750 Frauen dort inhaftiert. Vor dem Kriegsende wurden die Überlebenden in andere Lager deportiert. Die Stadt Dortmund trägt eine besondere Verantwortung, diesen Ort nicht nur zu dokumentieren, sondern ihn als sichtbaren Erinnerungsort für kommende Generationen zu erhalten. Die Bewahrung der historischen Zeugnisse ermöglicht eine aktive Auseinandersetzung mit Krieg, Zwangsarbeit, Menschenrechtsverletzungen und den Verbrechen des Nationalsozialismus.