BÜNDNIS 90/
DIE GRÜNEN
OV Dortmund-Innenstadt-West
Antrag: Information über besondere Begräbnisstätten Südfriedhof
Innenstadt-West
27.09.2023 – Antrag
Der Antrag (Drucksache Nr.: 32739-23) der Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung am 27.09.2023 wie vorgelegt angenommen.
Antrag:
In diesem Jahr ist der Südwestfriedhof, neuerdings umbenannt in „Südfriedhof“, 130 Jahre alt geworden – und nicht aus dem Stadtbezirk wegzudenken. 130 Jahre sind ein guter Anlass, diesen Friedhof näher zu betrachten. Die Bezirksvertretung Innenstadt West beauftragt das Friedhofsamt und/oder das Amt für Denkmalschutz, eine Information (Broschüre oder Internetdarstellung samt Karte) über den Südfriedhof zu erarbeiten. Diese Information soll der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden – als Print oder digital, eventuell auch als Karte am Haupteingang.
Begründung:
Friedhöfe sind Orte, an denen Menschen bestattet werden, sie sind ein Ort der Trauer und des Gedenkens. Aber: Friedhöfe können mehr! Das gilt insbesondere auch für den Südfriedhof.
Er ist sozialer Ort, Ort der Kommunikation und der Erholung. Inmitten unserer durch Asphalt und Beton sowie durch Verkehr und Lärm geprägten Stadt ist er zu einer Oase der Kontemplation geworden. Die gepflegten und öffentlich zugänglichen Grünflächen sind Sphären der Biodiversität und beeinflussen dabei gleichzeitig das städtische Mikroklima positiv. Der Südfriedhof bietet zudem Flora und Fauna einen dauerhaften Rückzugs- und Entfaltungsort. Die Platanenallee aus 60 Bäumen ist im „Verzeichnis der Naturdenkmale in Dortmund“ eingetragen.
Und nicht nur das. Am Südfriedhof ist auch ein Abriss der älteren und jüngeren Geschichte der südwestlichen Innenstadt abzulesen. Hier sind bedeutende und weniger bedeutende Grabmäler erhalten geblieben, die allesamt interessante Geschichten erzählen wie z.B. das Grab von Richard Huelsenbeck, einem der Mitbegründer des Dadaismus oder von Fita Benkhoff, einer bekannten Schauspielerin. Außerdem befindet sich auf dem Südfriedhof eine Kriegsgräberanlage mit Obelisk nach Entwürfen der Architekten Hans Strobel und Heinrich Kaletsch sowie des Bildhauers Friedrich Bagdons als zentrales Denkmal für die 523 Kriegsopfer des Ersten Weltkriegs.
35 Einzelgrabdenkmäler sind in der Liste der Baudenkmale eingetragen.